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Original Presseartikel

 

Schauberger-Skizzen
Die Ischler Woche berichtet: "Original-Skizzen Viktor Schaubergers in Berkeley, Kalifornien, ausgestellt.

Ischler Woche
2.03.2016

 

 

Walter Schauberger
Die Ischler Woche berichtet: "Rebell, Querdenker,Bewahrer: Walter Schauberger wäre 100"

Ischler Woche
3.09.2014

PKS-Flussbauseminar Bad-Ischl
Indirekter Hochwasserschutz, 22.06.2013

Vorschau

Flussbauseminar 2013


Flussbau

"Bauingenieur bringt neues Leben in Flüsse".

Die Glocke - Westfalen, 11.07.2012




Flussbau
Strömungslenkung an der unteren Taverna -neue Wege im naturnahen Flussbau.

Fachzeitschrift Aqua & Gas
April 2012

Bodenschätze
Eine kleine Bad Ischler Firma produziert in Handarbeit Gartengeräte aus Kupfer

Der Standard/Rondo
20. Okt., 2006

Steine und Schwemmholz statt zubetonierter Ufer

Der Standard
22. Nov., 2005

Natur kapieren - dann kopieren

Aargauer Zeitung (CH)
29. Sept.
2005

Die Geheimnisse des Viktor Schauberger

Oberösterreichische Nachrichten,
12.
Mai, 2003

Viktor Schauberger - Erforscher des Lebendigen

Der Standard
18. März, 1999

Arteriosklerose - Blutfluß überfordert Gefäßwände

Der Standard,
11.Feb. 1999

NEUE STRATEGIEN GEGEN ÜBERSCHWEMMUNGEN 

 "Erst die Natur kapieren, dann kopieren" Ein österreichischer Experte beweist, dass ökologisches Denken beim Wasserbau hilft.

von KLAUS FAISSNER

 

Es war entsetzlich: Gleich zwei "Jahrhunderthochwasser" hatten 1991 und 1995 starke Schäden im gesamten Lauf der Mürz in der Steiermark angerichtet. Um gegen solche Gefahren besser gewappnet zu sein, suchten die Verantwortlichen der Gemeinde Langenwang neue Wege. Im Frühjahr 1997 beschlossen sie ein Schutzprojekt der besonderen Art: Anstatt mit Betonrückhaltebecken und Flussregulierung gegen die Wassermassen zu kämpfen, sollte mit dem Wasser gearbeitet werden, mit dessen "innerem Wesen".

Mit vollem Erfolg: Während die bislang letzten zwei großen Hochwasser im Juli 1997 und im März 2002 im gesamten Mürztal große Schäden verursachten, blieb die Umgebung der hier gelegenen Au weitgehend verschont. So wurden die Häuser dort ebenso wenig überflutet wie die angrenzende Gemeindestraße; eine gefährdete Eisenbahnbrücke ließ sich sichern. Das Gebiet, inzwischen etwa 17 Hektar groß, verbessert als Rückhaltefläche den Hochwasserschutz für die flussabwärts gelegenen Gemeinden. Zusätzlich zielten alle Maßnahmen darauf, die Pflanzen- und Tierwelt rund ums Wasser aufleben zu lassen und so das alte Gegensatzpaar Ökologie und Hochwasserschutz zu vereinen. Auch das Soziale kam nicht zu kurz: Ein Teil der Au wurde durch Geh- und Radwege zugänglich gemacht.

"Wasser kann man nicht meistern", betont Projektbetreuer Otmar Grober von der Baubezirksleitung Bruck an der Mur. Er wehrt sich damit auch gegen die Bezeichnung "Wassermeister", die ihm deutsche Medien zudachten. "Ich möchte nur Wasserwegbegleiter und Wasserunterhalter sein", erklärt er.

Ein Kernproblem sei es, dass sich die Flüsse nicht mehr wie früher ihren Lauf suchen können, sondern wegen der Siedlungs- und Ernährungssicherheit in meist geradlinige Bahnen gezwängt werden. "Doch jeder Fluss will sich in Mäandern bewegen, also durch die Landschaft schlängeln", sagt Grober. Das hilft auch, bei Hochwasser das Fließtempo zu "harmonisieren", wie er es nennt. Dort, wo bei starkem Regen die Wassermassen über Wiesen ihren Weg talabwärts suchen, hat er ihnen zusätzliche Flussbette graben lassen, die sich immer wieder mit der Mürz kreuzen. Auch unmittelbar vor der gefährdeten Bahnbrücke gibt es eine solche Kreuzung. So schießen die Wassermassen nicht punktförmig rasend schnell auf die Brücke zu, sondern etwas gemächlicher und auf eine größere Fläche verteilt.

"Durch dieses Projekt wurde die Überflutungsgefahr minimiert", erklärt Franz Potocsnyek, Brückenbauspezialist im Bahnhof Leoben. "Die Lagerkonstruktion der Brücke ist sehr filigran. Bei großem Hochwasser hätte es zu Verklausungen kommen können. Wir hätten umfangreich sanieren und die Südbahn wochenlang sperren müssen."

Für Grober ist auch wichtig, dass bei Hochwasser alle Flussarme frei bleiben. Deshalb verwendet er Strömungslenkorgane in Holz und Stein, um dem Fluss den Weg zu leiten. Und: Ein restauriertes Flusskraftwerkwehr öffnet die Schleusen für Hochwasser weit früher als moderne Laufkraftwerke. "Zudem werden die nahen Auen zur Aufnahme von Wasser einbezogen und dadurch Hochwasserspitzen im Unterlauf abgeschwächt", sagt Grober.

Hoch zufrieden zeigt sich auch der Langenwanger Bürgermeister Hans Kraus: "Es ist eine tolle Sache, was sich in der Natur getan hat. Jeder Mensch hat freien Zutritt, es gibt keine Verbotstafeln, und trotzdem versündigt sich niemand. Vor allem ist wichtig, dass sich die Mürz jetzt austoben kann." Auch dieser Tage gab es keinerlei Probleme, wobei der Pegel der Mürz weit weniger stieg als anderswo.

Hat Grober mit diesem mehrfach prämierten Ökoprojekt (im März bekam es zudem den Neptun-Wasserpreis des österreichischen Umweltministeriums) eine neue Ära eingeleitet? Er selbst glaubt fest daran und rät jedem Flussbauer zu "mehr Mut und Demut". Bei solchen Projekten sei es wichtig, alle wechselseitigen Einflüsse zu betrachten und durch gezielte Eingriffe an bestimmten Punkten auch die Umgebung "mitzuheilen". Dementsprechend bezeichnet Grober sein Tun auch als "Landschafts-Akupunktur".

Als Grundlage dienten ihm viele Erkenntnisse des oberösterreichischen Försters und Naturbeobachters Viktor Schauberger. "Einen Fluss reguliert man nicht von seinen Ufern aus, sondern von innen her, vom fließenden Medium selber", sagte Schauberger, der schon in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts vor den Folgen der Flussbegradigung gewarnt hatte. Als Leitsatz dient Grober diese These Schaubergers: "Wir müssen die Natur zuerst kapieren und sie dann kopieren."

 

© Rheinischer Merkur Nr. 35, 01.09.2005